Mobilitätsumfrage 2025
Wie kommen Sie an die Uni, welche Verkehrsmitteln nutzen Sie – und was wünschen Sie sich für zukunftsfitte Mobilität an der Universität Wien?
In der Mobilitätsumfrage 2025 hat das Nachhaltigkeitsbüro der Universität Wien das Mobilitätsverhalten der Mitarbeitenden und Studierenden der Universität Wien abgefragt. Im Zeitraum von November 2025 bis Dezember 2026 nahmen 2.169 Bedienstete (20 % Rücklaufquote) und 4.396 Studierende (9 % Rücklaufquote) der Universität Wien teil. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag: Die Ergebnisse fließen in die zweite Treibhausgasbilanz der Uni Wien ein und bilden eine wichtige Grundlage für universitätsinterne Planungen und Entscheidungen im Bereich Mobilität und Nachhaltigkeit.
Modal Split: Öffentlicher Verkehr bleibt dominant, Radverkehr boomt
Die überwiegende Mehrheit der Universitätsangehörigen nutzt öffentliche Verkehrsmittel (ÖV), wobei der Anteil bei den Studierenden mit 82 % (2019: 93 %) höher liegt als bei den Bediensteten mit 63 % (2019: 78 %).
- Mehr aktive Mobilität: Besonders erfreulich ist der Zuwachs beim Radverkehr und Zufußgehen. Bei den Bediensteten hat sich der Radanteil im Vergleich zu 2019 auf 24 % (Sommerwert) verdoppelt. 8% der Mitarbeitenden kommen zu Fuß zur Arbeit. Auch der Anteil der Studierenden, die zu Fuß oder mit dem Rad zur Uni pendeln, stieg von 4 % im Jahr 2019 auf 14 % im Jahr 2025.
- PKW-Nutzung: Der Anteil der Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden, bleibt bei beiden Gruppen konstant niedrig bei etwa 4 %.
Die durchschnittliche Weglänge zur Universität Wien beträgt bei Bediensteten 6,1 km und bei Studierenden 11,5 km.
Nachhaltigkeit und CO2 Bilanz bei Pendelmobilität
Obwohl nur vergleichsweise wenige Personen den PKW nutzen, verursachen diese Fahrten den Großteil der CO2-Emissionen beim Pendeln.
- Bei den Bediensteten stammen 918 Tonnen der insgesamt 1.328 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr von Pkw-Lenker:innen.
- Ein positiver Trend zeigt sich bei der E-Mobilität: 15 % der Pkw-fahrenden Bediensteten und bereits 36 % der Pkw-fahrenden Studierenden nutzen ein Elektroauto.
- Potenzial für E-Bikes: Rund ein Viertel der Bediensteten und 17 % der Studierenden, die derzeit mit dem Auto pendeln, wohnen in einem Umkreis von weniger als 10 km – eine Distanz, die ideal für das (E-)Bike geeignet wäre.
Motivation bei der Verkehrsmittelwahl
Für beide Gruppen ist die Zeitersparnis das wichtigste Kriterium bei der Wahl des Verkehrsmittels (91 % Bedienstete, 94 % Studierende). Während für Studierende die Kostenersparnis (79 %) an dritter Stelle steht, rangiert dieser Punkt bei den Bediensteten erst auf Platz sechs (69 %).
Wünsche und Verbesserungsvorschläge für Pendelmobilität
Die Befragten gaben klare Impulse für die zukünftige Mobilitätsplanung:
- Radverkehr: Der am häufigsten genannte Wunsch ist der Ausbau baulich getrennter Radwege (73 % der Radfahrer*innen) sowie mehr und sicherere Fahrradabstellplätze direkt an den Unistandorten.
- Öffentlicher Verkehr: Hier stehen finanzielle Unterstützungen wie Jobtickets für Mitarbeitende oder günstigere Semestertickets (auch über das 26. Lebensjahr hinaus) für Studierende im Vordergrund.
- Arbeitsorganisation: Ein zentrales Anliegen ist der weitere Ausbau von Homeoffice und digitaler Lehre, um unnötige Wege gänzlich zu vermeiden (Wunsch bei 40 % der Bediensteten und 44 % der Studierenden).
Reisen für Beruf und Studium
Neben dem täglichen Pendeln bilden berufs- und studienbezogene Reisen einen wesentlichen Aspekt der universitären Mobilität. Im Jahr 2025 unternahmen 56 % der Mitarbeitenden Dienstreisen, wobei die Reisenden im Durchschnitt 5,4-mal pro Jahr unterwegs waren. Dabei zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den Personalgruppen: Während das wissenschaftliche Personal im Schnitt 5,7 Reisen absolvierte, waren es beim allgemeinen Universitätspersonal 2,8. Die gesamte zurückgelegte Distanz der Mitarbeitenden summierte sich auf 59,7 Mio. Kilometer, wovon der weitaus größte Teil auf Flugreisen (45,6 Mio. km) und Bahnfahrten (11,7 Mio. km) entfiel. Flugreisen fallen mit rund 10.884 Tonnen CO2e in der Klimabilanz besonders in Gewicht und sind für etwa 95 % der gesamten reisebedingten Emissionen der Mitarbeitenden der Universität Wien verantwortlich. Pro Kopf verursachten diese Reisen im Durchschnitt etwa 1,07 Tonnen CO2e.
Bei den Studierenden unternahmen 14 % studienbezogene Reisen, wobei pro reisender Person durchschnittlich 4,2 Reisen pro Jahr anfielen. Die häufigsten Anlässe hierfür waren Exkursionen (60 %), gefolgt von sonstigen Auslandsaufenthalten (25 %), Praktika (17 %) und Auslandssemestern (11 %). Von den insgesamt 23,4 Mio. zurückgelegten Kilometern entfielen rund 65 % auf das Flugzeug und 22 % auf die Bahn. Diese Verteilung spiegelt sich in der Klimabilanz wider: Flugreisen verursachten etwa 86 % der reisebedingten CO2-Emissionen der Studierenden, während die Bahn lediglich für rund 1 % verantwortlich war.
Download Mobilitätsumfrage 2025 (Gesamtbericht)
Die Umsetzung der Umfrage erfolgte in Zusammenarbeit mit HERRY Consult GmbH.