Energie & Gebäude
Die Universität Wien ist die größte Universität Österreichs und betreibt allein in Wien rund 60 Standorte. Der Betrieb dieser Gebäude – von Hörsälen über Bibliotheken bis zu Laboren - benötigt viel Energie für Strom, Wärme und Kälte. In der Treibhausgasbilanz zählt der Energieeinsatz zu den größten direkt beeinflussbaren Emissionsquellen der Universität und ist damit ein zentraler Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität 2030.
Strom
Die Universität Wien benötigt für den Betrieb ihrer rund 60 Standorte etwa so viel Strom wie 18.000 durchschnittliche Haushalte – vergleichbar mit dem Energiebedarf einer Kleinstadt. Die größten Einsparungen lassen sich durch Maßnahmen auf institutioneller Ebene erzielen: Zentrale Maßnahmen werden laufend umgesetzt, von der Modernisierung technischer Anlagen bis zum Ausbau erneuerbarer Energiequellen. Ergänzend dazu tragen Initiativen wie die „Switch it Off"-Kampagne zum bewussten Umgang mit Energie im Arbeitsalltag bei.
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18.000 HaushalteStromverbrauch
Der Energiebedarf der Universität Wien entspricht in etwa dem einer Kleinstadt.
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UZ46Strombezug
Die Universität Wien bezieht ihren Strom zu 100 % aus erneuerbaren Energieträgern. Der Strom entspricht den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens UZ 46 „Grüner Strom“ und erfüllt damit anspruchsvolle Anforderungen an Herkunft, Nachhaltigkeit und ökologische Qualität. Die Umstellung erfolgte schrittweise an den einzelnen Standorten, 2025 wurde die letzte Umstellung abgeschlossen.
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- 96 %Stromemissionen
Durch die Umstellung auf zertifizierten Ökostrom konnten die marktbezogenen Emissionen aus dem Strombezug seit 2019 um 96 % reduziert werden. Der Stromverbrauch selbst bleibt aufgrund des universitären Betriebs weiterhin hoch.
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14.774Tonnen CO₂e
So hoch waren die mit 2025 erfassten Emissionen der Universität Wien im Bereich Energie. Davon entfallen 13.325 Tonnen CO₂e auf Fernwärme.
Haben Sie Fragen?
Bei Fragen oder Anregungen zu den Themen Energie oder (klimaneutrale) Gebäude schreiben Sie uns unter rrm.energie(at)univie.ac.at.
Photovoltaik-Anlagen
Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie wurden alle in Frage kommenden Dächer der Universität Wien auf ihre Eignung für Photovoltaik-Anlagen geprüft. Auf dieser Grundlage wurden geeignete Standorte identifiziert und für jeden Standort das passende Umsetzungsmodell festgelegt.
Die Umsetzung der PV-Anlagen erfolgt je nach Standort in unterschiedlichen Modellen: teils realisiert die Universität Wien die Anlagen selbst, teils die Gebäudeeigentümer – in der Regel die BIG – und teils erfolgt der Betrieb über Contracting, bei dem ein externer Partner Anlage und Wartung übernimmt.
In Betrieb
- Josef-Holaubek-Platz 2 – UZAII (276 kWp)
- Paukerwerkstraße 1 – Bücherdepot (312 kWp)
- Rennweg 14 - Botanischer Garten (16 kWp)
Geplante Inbetriebnahme 2026
- Dr. Bohr-Gasse 9 - Max Perutz Labs (101 kWp)
- Oskar-Morgenstern-Platz 1 (154 kWp)
- Spitalgasse 2 – Campus (117 kWp)
- Franz-Klein-Gasse 1 / Gymnasiumstraße (165 kWp)
- Auf der Schmelz 6/6a - Universitätssportinstitut (USI) (436 kWp)
Installierte Gesamtleistung (bestehende und geplante PV-Anlagen): 1.577 kWp
Was bedeutet kWp?
Die Leistung von Photovoltaikanlagen wird in Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Dieser Wert beschreibt die maximale elektrische Leistung, die eine Anlage unter standardisierten Testbedingungen erreichen kann. Er dient dazu, die Größe und Leistungsfähigkeit verschiedener Anlagen miteinander zu vergleichen. Die tatsächlich erzeugte Strommenge hängt unter anderem von Sonneneinstrahlung, Witterung, Ausrichtung und Neigung der Module ab und wird in Kilowattstunden (kWh) gemessen.
Labore
Die Universität Wien betreibt zahlreiche Labore – ein Bereich mit überdurchschnittlich hohem Energiebedarf. Labore verbrauchen rund zehnmal so viel Strom wie ein vergleichbarer Büroraum, vor allem durch Lüftung, Kühlung und energieintensive Geräte. Allein die Abluftsysteme eines Chemielabors können bis zu 60 % des gesamten Energieverbrauchs ausmachen; ein einzelner Ultratiefkühlschrank kann so viel Strom benötigen wie ein durchschnittlicher Haushalt.
Umso wichtiger sind gezielte Maßnahmen: die richtige Einstellung und Wartung der Geräte, das Schließen von Abzugsscheiben bei Nichtgebrauch, gemeinsam genutzte, energieeffiziente Geräte sowie das Abschalten von Anlagen außerhalb der Nutzungszeiten.
Kampagne "Switch it off"
Die Kampagne „Switch it off" ruft zum Energiesparen im Uni-Alltag auf. Mitarbeiter:innen können Checkliste und Sticker herunterladen und über das RRM-Ticket-System eigene Energiesparvorschläge melden.
Wärme
Wärme ist die größte Emissionskategorie in der Treibhausgasbilanz der Universität Wien für das Jahr 2025. Der Großteil der Universitätsgebäude wird mit Fernwärme der Wien Energie beheizt. Wie klimafreundlich diese Wärme ist, hängt maßgeblich davon ab, wie die Wien Energie ihre Erzeugung ausrichtet – und damit vom Klimaneutralitätsziel der Stadt Wien für 2040.
Die Universität Wien setzt hier auf zwei Hebel: Der Wärmebedarf selbst wird durch energetische Sanierung und Effizienzmaßnahmen gesenkt. Parallel dazu sinkt der Emissionsfaktor der Fernwärme kontinuierlich, da die Stadt Wien ihre Wärmeversorgung im Rahmen ihres Klimaneutralitätsziels 2040 schrittweise dekarbonisiert.
Gebäude
Im Projekt „Klimaneutrale Gebäude" arbeitet das Raum- und Ressourcenmanagement (RRM) laufend daran, den Energieverbrauch an den Universitätsstandorten zu senken – durch technische Verbesserungen, den Ausbau erneuerbarer Energien und einen effizienteren Gebäudebetrieb.
Im Rahmen des Projekts werden unter anderem folgende Maßnahmen umgesetzt:
Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen werden laufend auf ihre Effizienz überprüft. Dabei werden ineffiziente Betriebszustände erkannt und behoben – von einfachen Anpassungen der Einstellungen bis hin zu größeren technischen Verbesserungen wie dem Austausch von Anlagenteilen.
Die Lüftung in Hörsälen wird künftig nur noch dann aktiv, wenn der Raum tatsächlich genutzt wird – erkannt über Präsenzmelder. Das spart Energie, ohne die Luftqualität zu beeinträchtigen, da Anlagen oft unabhängig von der Auslastung durchgehend liefen.
Herkömmliche Leuchtmittel werden schrittweise durch LEDs ersetzt, ergänzt durch Bewegungsmelder in Gängen, Stiegenhäusern und anderen Allgemeinbereichen. So brennt Licht nur, wenn es wirklich gebraucht wird – bei gleichbleibender Lichtqualität und deutlich geringerem Stromverbrauch.
Veraltete Heizkörperventile und die dazugehörige Regelungstechnik werden erneuert. Das ermöglicht eine genauere Steuerung der Raumtemperatur und verhindert unnötigen Energieverlust durch überheizte oder schlecht regulierte Räume.
Durch bessere Dämmung von Dächern und Fenstern geht weniger Wärme verloren. Das reduziert den Heizbedarf im Winter und trägt zu einem angenehmeren Raumklima bei. Die Umsetzung wird aktuell im Rahmen einer Machbarkeitsstudie vorbereitet.
An mehreren Universitätsstandorten werden PV-Anlagen errichtet, die einen Teil des benötigten Stroms direkt vor Ort und aus Sonnenenergie erzeugen. Damit sinkt der Bedarf an zugekaufter Energie aus konventionellen Quellen.
Weiterführende Links
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Mobilität
Ob Weg zur Uni oder Dienstreise: Nachhaltige Mobilität ist ein zentraler Hebel auf dem Weg zur Klimaneutralität.
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Labortätigkeit
Die Universität Wien arbeitet daran, Labore energieeffizienter, ressourcenschonender und klimafreundlicher zu gestalten.
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Biodiversität
Die Universität Wien fördert Biodiversität auf ihren Flächen und macht Vielfalt am Campus der Universität Wien sichtbar.
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Podcast-Tipp: FM-Talk der Facility Management Austria (FMA)
Im Podcast spricht Bernd Stampfl, Leitung des Raum- und Ressourcenmanagements (RRM) der Uni Wien und Vorstandsmitglied der FMA, mit führenden Stimmen über die Zukunft des Facility Managements.