Service: Nachhaltigkeitsstatement in Forschungsanträgen
Ökologische Nachhaltigkeit in Forschungsanträgen
Förderorganisationen berücksichtigen zunehmend die ökologische Nachhaltigkeit von Forschungsprozessen. Auf dieser Seite finden Forschende Informationen zu Rahmenbedingungen, Infrastruktur und Unterstützungsangeboten der Universität Wien, auf die sie bei der Erstellung eines Nachhaltigkeitsstatements Bezug nehmen können.
Die konkrete Ausgestaltung des Statements richtet sich nach dem jeweiligen Forschungsprojekt und den Anforderungen der Förderorganisation. Antragsteller*innen sollten daher zusätzlich prüfen, welche projektspezifischen Maßnahmen möglich und fachlich sinnvoll sind.
Förderorganisationen
Seit 1. Dezember 2025 ist bei Anträgen in den FWF Programmen Einzelprojekte, Klinische Forschung und Einzelprojekte International ein Statement zur ökologischen Nachhaltigkeit im Forschungsprozess erforderlich, sofern die Begutachtung durch den FWF erfolgt.
Im Statement soll dargestellt werden, wie ressourcenschonende und emissionsmindernde Maßnahmen bei der Umsetzung des Projekts berücksichtigt werden können. Der angestrebte wissenschaftliche Erkenntnisgewinn soll dadurch nicht eingeschränkt werden. Im Mittelpunkt stehen jene Aspekte, die von der Projektleitung beeinflusst werden können. Dazu zählen insbesondere Reisen, Experimente und Feldforschung, Rechenleistung, der Einsatz von KI sowie die Nutzung und Beschaffung von Geräten und Materialien.
Auf bestehende Maßnahmen und Rahmenbedingungen der Universität Wien kann verwiesen werden. Das Statement muss jedoch auf das konkrete Projekt zugeschnitten werden. Wenn für ein Projekt keine relevanten Ansatzpunkte bestehen, ist laut FWF eine kurze Begründung möglich.
Bei Förderanträgen an die FFG ist Nachhaltigkeit ein Bestandteil des Auswahlverfahrens. Antragsteller*innen sollen darstellen, wie das Vorhaben zu ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeitszielen beiträgt und wie Nachhaltigkeit bei Planung, Umsetzung und Verwertung berücksichtigt wird.
Dabei sind auch mögliche negative Auswirkungen und Verlagerungseffekte im Sinne des Prinzips „Do No Significant Harm“ zu prüfen. Im eCall ist das Vorhaben außerdem passenden Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen zuzuordnen. Die FFG empfiehlt maximal drei SDGs, zu denen das Projekt einen wesentlichen Beitrag leistet.
Die konkreten Anforderungen können je nach Förderprogramm und Ausschreibung variieren. Maßgeblich sind daher der jeweilige Ausschreibungsleitfaden und der zugehörige Instrumentenleitfaden.
Auch internationale Förderorganisationen berücksichtigen zunehmend Nachhaltigkeitskriterien bei der Bewertung von Forschungsanträgen. Die konkreten Anforderungen unterscheiden sich je nach Förderprogramm und sollten bereits bei der Projektplanung berücksichtigt werden.
Beispiele:
- Die MSCA Green Charter formuliert Leitprinzipien für eine umweltverträgliche Umsetzung aller Projekte, die im Rahmen der Marie Skłodowska-Curie Actions gefördert werden.
- Antragsteller*innen bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, DFG sollen darlegen, wie ökologische Nachhaltigkeit im Forschungsprozess berücksichtigt wird.
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Forschungsservie
Das Forschungsservice der Universität Wien berät Forschende zu nationalen und internationalen Förderprogrammen und unterstützt bei Antragstellung, Projektplanung und Budgetierung.
E-MailE-Mail in Zwischenablage kopierenNachhaltige Labore
Im Nachhaltigkeitsbüro der Universität Wien berät und unterstützt Nikola Čanigová Forschende bei Fragen zum nachhaltigen Laborbetrieb.
E-MailE-Mail in Zwischenablage kopierenNachhaltigkeitsbüro
Das Nachhaltigkeitsbüro der Universität Wien ist die zentrale Anlaufstelle für allgemeine Fragen zu Nachhaltigkeit an der Universität Wien.
E-MailE-Mail in Zwischenablage kopierenNachhaltigkeit an der Universität Wien
Nachhaltigkeit wird an der Universität Wien in Forschung, Lehre, Betrieb und Governance berücksichtigt. Die universitätsweiten Ziele, Strukturen und Maßnahmen bieten einen institutionellen Rahmen, auf den Forschende in ihrem Nachhaltigkeitsstatement verweisen können.
→ Organisation und Steuerung der Nachhaltigkeit an der Universität Wien
Hinweis
Die Informationen auf dieser Seite bieten Orientierung, ersetzen aber kein projektspezifisches Nachhaltigkeitsstatement.
Reisen und Zusammenarbeit
Bei der Planung von Dienstreisen sollten Forschende prüfen, ob die Reise erforderlich ist oder ein digitales beziehungsweise hybrides Format ein gleichwertiges Ergebnis ermöglicht. Wenn eine Reise notwendig ist, sollen für Ziele innerhalb Österreichs oder bei einer Bahnreisezeit von bis zu sechs Stunden bevorzugt öffentliche Verkehrsmittel genutzt werden. (Siehe “Flight Decision Tree” im Intranet)
Für Flugreisen hebt die Universität Wien eine interne Flugabgabe ein. Die daraus bereitgestellten Mittel werden für Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit an der Universität eingesetzt.
Für ein projektspezifisches Statement können unter anderem folgende Maßnahmen relevant sein:
- digitale oder hybride Arbeitstreffen
- Bahnreisen anstelle von Flugreisen
- gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbare Veranstaltungsorte
- Bündelung mehrerer Termine oder Forschungsaktivitäten
- Zusammenarbeit mit Partner*innen vor Ort, wenn dadurch Reisen vermieden werden können
- Direktverbindungen bei nicht vermeidbaren Flugreisen
Entscheidungsbaum für projektbezogene Reise: Zunächst werden Notwendigkeit und persönliche Teilnahme geprüft. Ist eine Teilnahme vor Ort nicht erforderlich, wird eine virtuelle Alternative empfohlen. Andernfalls ist zu prüfen, ob die Bahn oder ein anderes Verkehrsmittel genutzt werden kann. Nur wenn keine geeignete Alternative besteht, ist eine Flugreise vorgesehen.
Experimente und Feldforschung
Die Umweltauswirkungen von Experimenten und Feldforschung hängen stark vom jeweiligen Projekt ab. Bereits bei der Planung kann geprüft werden, wie Materialeinsatz, Energiebedarf, Reisen, Abfälle und mögliche Eingriffe in Ökosysteme reduziert werden können.
Mögliche Ansatzpunkte in Projekten sind:
- effiziente Versuchsplanung und Vermeidung unnötiger Wiederholungen
- Nutzung bereits vorhandener Daten, Proben oder Untersuchungsmaterialien
- vollständige Auswertung und, soweit möglich, weitere Nutzung erhobener Daten
- Bündelung von Feldaufenthalten und Probentransporten
- Reduktion, Wiederverwendung oder Recycling von Verbrauchsmaterialien
- ressourcenschonende Lagerung von Proben
- Berücksichtigung möglicher Auswirkungen auf Ökosysteme und Biodiversität
Welche Maßnahmen geeignet sind, muss anhand der wissenschaftlichen Anforderungen und der jeweiligen Sicherheitsstandards beurteilt werden.
Nachhaltige Labore
Labore zählen zu den ressourcenintensivsten Bereichen einer Universität. Die Universität Wien arbeitet schrittweise daran, Energieverbrauch, Materialeinsatz und Abfallmengen im Laborbetrieb zu reduzieren, ohne die Qualität und Sicherheit der Forschung zu beeinträchtigen.
Zu den bestehenden beziehungsweise erprobten Angeboten und Maßnahmen zählen:
- gemeinsame Nutzung von Geräten, Materialien und Forschungsinfrastruktur, insbesondere über die Core Facilities der Universität Wien
- zentrale Spülküchen an einzelnen Laborstandorten (erleichtern Nutzung von wiederverwendbaren Glasbehältern anstelle von Einweg-Gebinden)
- Trennung und Recycling ausgewählter, nicht kontaminierter Laborplastikabfälle (z.B. am University of Vienna Biology Building)
- Maßnahmen zur effizienteren Nutzung von Ultratiefkühlschränken
- Pilotierung der Labornachhaltigkeitszertifizierung SPARKHub
- Austausch und Vernetzung über die Arbeitsgruppe Sustainable Actions in Labs
Forschende können zusätzlich prüfen, ob Einwegmaterial reduziert, wiederverwendbare Alternativen eingesetzt, Bestellungen gebündelt oder Lagerbestände gemeinsam verwaltet werden können.
Rechenleistung und Einsatz von KI
Rechenintensive Forschung kann einen erheblichen Energiebedarf verursachen. Forschende sollten daher prüfen, wie die benötigte Rechenleistung effizient eingesetzt werden kann, ohne die Qualität der Ergebnisse zu beeinträchtigen.
Mögliche Maßnahmen sind:
- klare Planung von Simulationen und Rechenprozessen
- Nutzung bereits vorhandener Simulationsdaten
- Auswahl effizienter Methoden, Modelle und Software
- Anpassung der Modelltiefe an die erforderliche Ergebnisqualität
- Vermeidung unnötiger oder mehrfach durchgeführter Berechnungen
- Monitoring von CPU und GPU Stunden, Stromverbrauch oder geschätzten Emissionen
- nachvollziehbare Begründung des Einsatzes rechenintensiver KI Systeme
- Nutzung zentraler und effizient betriebener Recheninfrastruktur
Für besonders rechenintensive Projekte stehen unter anderem die Angebote des Austrian Scientific Computing (früher Vienna Scientific Cluster) zur Verfügung. Für bioinformatische und computergestützte lebenswissenschaftliche Forschung bietet zudem der Life Science Compute Cluster eine leistungsfähige Recheninfrastruktur.
Gerätenutzung, Reparatur und Beschaffung
Vor einer Neuanschaffung sollte geprüft werden, ob vorhandene Geräte genutzt, gemeinsam verwendet oder repariert werden können. Wenn eine Beschaffung erforderlich ist, können Energieeffizienz, Reparierbarkeit, Lebensdauer, Materialeinsatz und Möglichkeiten zur späteren Wiederverwertung berücksichtigt werden.
Unterstützende Strukturen an der Universität Wien umfassen unter anderem:
- gemeinsam genutzte Geräte und Forschungsinfrastrukturen
- Werkstätten für Reparaturen und die lokale Herstellung von Versuchsaufbauten
- → Werkstatt der Fakultät für Lebenswissenschaften
- → Werkstätten der Fakultät für Chemie (Feinmechanik und Glasbläser)
- → Werkstatt der Fakultät für Physik
- zentral organisierte Beschaffung und Lagerung bestimmter Chemikalien an einzelnen Standorten
- Möglichkeiten zur Bündelung von Bestellungen prüfen
Die Werkstatt der Fakultät für Lebenswissenschaften unterstützt bei der Entwicklung, Herstellung und Reparatur von Geräten und Versuchsaufbauten.
Energie und Gebäude
Die Universität Wien bezieht ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern. Der bezogene Strom entspricht den Kriterien des Österreichischen Umweltzeichens UZ 46.
An mehreren Standorten sind Photovoltaikanlagen in Betrieb. Weitere Anlagen und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz werden schrittweise umgesetzt. Dazu gehören auch detaillierte Analysen des Energieverbrauchs ausgewählter Gebäude und die Entwicklung standortspezifischer Effizienzmaßnahmen.
Forschende können diese institutionellen Rahmenbedingungen im Statement nennen. Zusätzlich sollten sie darstellen, welche Energieverbräuche unmittelbar durch das geplante Projekt beeinflusst werden können.
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Das Forschungsservice der Universität Wien berät Forschende zu nationalen und internationalen Förderprogrammen und unterstützt bei Antragstellung, Projektplanung und Budgetierung.
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Im Nachhaltigkeitsbüro der Universität Wien berät und unterstützt Nikola Čanigová Forschende bei Fragen zum nachhaltigen Laborbetrieb.
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Das Nachhaltigkeitsbüro der Universität Wien ist die zentrale Anlaufstelle für allgemeine Fragen zu Nachhaltigkeit an der Universität Wien.
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